Barrierefreiheit (Accessibility)
Eine barrierefrei designte Internetpräsenz ist für alle Besucher uneingeschränkt nutzbar – unabhängig von ihren jeweiligen physischen und technischen Voraussetzungen.
Physische Barrieren
An erster Stelle stehen hier Beeinträchtigungen der Sehfähigkeit. Es gibt mehr Menschen, die erst ab einer Schriftgröße von 16 oder mehr entspannt lesen können, als Sie denken. Viele sind kurzsichtig, aber auch der grüne Star ist eine verbreitete Krankheit, und die Alterssehschwäche spielt zwangsläufig eine immer größere Rolle. Manche Menschen bevorzugen schlicht etwas größere Buchstaben, ohne nennenswert fehlsichtig zu sein.
Sorgen Sie dafür, dass sich die Textgröße fließend verstellen lässt, ohne dass dabei das Layout der Site ruiniert wird, und verzichten Sie auf winzige Bilder oder Icons aus zwei, drei Pixeln.
Ein Wort zu den Anforderungen für Blinde:
- Vorleseprogramme brauchen Textbeschreibungen der Bilder (-> Tooltips) und kommen mit Tabellen im Code nicht zurecht – diese leider immer noch übliche Mischung von Design- und Inhaltscodierung macht den Vorleseprogrammen unnötige Schwierigkeiten.
- Eine strikte Trennung von Code und Design empfiehlt sich ohnehin dringend, wie noch gezeigt werden soll.
Auch motorische Einschränkungen sind nicht so selten, wie man denkt. Ein Schlaganfall oder eine leichte Spastik reicht, und man ist mit zu kleinen Klickflächen überfordert. Dimensionieren Sie diese grundsätzlich großzügig!
Technische Barrieren
Die technischen Voraussetzungen der Besucher sind mindestens so vielfältig wie die physischen. Sie können Ihre Website u.a. mit einem PC, einem Macintosh, per Laptop, Palmtop oder Handy aufrufen.
Damit sind Sie konfrontiert mit verschiedenen
- Bildschirmgrößen (Variationsbreiten vom Handydisplay bis zum Widescreen)
- Bildschirmauflösungen
- Bildschirmdarstellungen (Farbabweichungen bei TFT-Monitoren, Schwarzweißdisplays z.B. beim „100-Dollar-Laptop“
- Ansteuertechniken (Maus- vs. Touchscreen- vs. Tastatursteuerung)
Außerdem sollte Ihre Website vollständig per Tastatur navigierbar sein, also beispielsweise auf Menüpunkte, die erst beim Hovern angezeigt werden, verzichten. - Browsertypen (Während auf PCs Mozillas Firefox mittlerweile immer mehr Marktanteile gewinnt, ist auf Macs Safari vorinstalliert. Auf Handys und tragbaren Kleingeräten hat wiederum Opera die größten Marktanteile.)
aktuelle Marktanteile insgesamt:
IE – 69,8 %
Firefox – 24,4 %
Safari – 2,8 %
Netscape – 1,4 %
Opera – 1,3 %
andere – 0,3 %
Quelle: webhits
Ihre Website sollte also auf all diese Möglichkeiten ausgelegt sein und entsprechend programmiert werden.
Auch aus technischen Überlegungen heraus entsteht die Forderung nach einer klaren Trennung von Design und Inhalt im Code durch die Verwendung von Stylesheets (CSS). Nicht nur die diversen Endgeräte kommen dann besser mit Ihrer Site zurecht, sondern dank der geringeren (und damit relevanteren) Textmenge im Code auch die Suchmaschinen, was zu einer besseren Platzierung führt. Außerdem hat die Site natürlich insgesamt eine geringere Dateigröße. So haben auch Besucher, die „noch“ am Modem hängen, akzeptable Ladezeiten, während Sie die Kosten für Traffic und Serverbelastung gering halten.
Besonders wichtig ist aber der folgende Umstand:
Sie können das Design sehr einfach und in kurzer Zeit variieren, unabhängig davon, wie groß die Site ist. Dadurch erreichen Sie eine gewisse Medienunabhängigkeit, denn Sie sind jederzeit in der Lage, das Design für die Druckversion oder die Darstellung auf den verschiedenen Endgeräten anzupassen.
Und nicht zuletzt freuen sich alle Administratoren, einen so übersichtlichen Code vorzufinden.
Wenn Sie häufig wechselnde Inhalte haben (wie es sich im Rahmen der Suchmaschinenoptimierung anbietet) oder möglichst unkompliziert und ohne Eingriffe in den Code Ihre Inhalte bearbeiten wollen, dann bietet sich übrigens auch für „normale“ Webpräsenzen ein Content-Management-System an.
